Regionales Integrations Konzept –RIK-

Grundschule Balje mit  Eingangsstufe

Regionale Integration in der Grundschule Balje

Anfänge

Die wohnortnahe Integration von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in die Grundschule Balje beginnt im Jahr 2004.  Bis zu diesem Zeitpunkt erfolgte eine kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen der Grundschule Balje und der Astrid-Lindgren-Schule Freiburg / Elbe (Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen als zuständigen Förderschule) im Rahmen von Kooperation und Sprachsonderunterricht.

Unterstützt durch die Schulleitungen von Grund- und Förderschule stellten 2004 erstmals engagierte Eltern vor Ort einen Antrag auf Einrichtung einer Integrationsklasse für ihre siebenjährige Tochter. Nach einer Zurückstellung vom Schulbesuch und einer Förderung im Schulkindergarten der Grundschule Freiburg konnten im Rahmen des Verfahrens zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs und der Entscheidung über den schulischen Förderort die Rahmenbedingungen für eine Einzelintegration des Kindes abgesteckt werden.

Im Schuljahr 2004/05 wurde die erste Integrationsklasse eingerichtet und somit die Möglichkeit geschaffen, Kinder zieldifferent nach den curricularen Vorgaben für die Förderschulen mit den Schwerpunkten Lernen oder Geistige Entwicklung zu unterrichten.

Entwicklungen

Mit der Einrichtung der ersten Integrationsklasse ergab sich eine neue schulische Perspektive für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Einzugsgebiet der Grundschule Balje. Die Einführung der offenen Eingangsstufe stellte eine parallele Entwicklung dar. Diese jahrgangsübergreifende Konzeption führt(e) zu einer veränderte Lernkultur, von der besonders auch Kindern mit erschwerten Lern- und Entwicklungsbedingungen profitieren.

Es entwickelte sich gleichzeitig auch ein schulischer Förderort, der Kindern aus angrenzenden Einzugsgebieten mit hohen pädagogischen oder sonderpädagogischen Förderbedarfen die Chancen einer schulischen Integration eröffnete.

Im Einzelfall werden bis zur Einführung eines Regionalen Integrationskonzepts (Schuljahr 2009/10) Anträge von Erziehungsberechtigten geprüft. In Zusammenarbeit mit der zuständigen Förderschule und der Landesschulbehörde wird über eine Aufnahme in eine bestehende bzw. neu einzurichtende Integrationsklasse entschieden.

Zeitleiste

Regionales Integrationskonzept

Nach den Erfahrungen aus vier Jahren Einzelintegration beginnt ab dem Schuljahr 2008/09 ein Umstrukturierungsprozess vom Integrationsklassenmodell der Grundschule Balje zum Regionalen Integrationskonzept für Kehdingen. Das regionale Integrationskonzept für Kehdingen versucht den gemeinsamen Unterricht von Schülerinnen und Schülern mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf in den allgemeinen Schulen Kehdingens zu verankern und somit wohnortnahes und sowohl zielgleiches als auch zieldifferentes Lernen im gemeinsamen Unterricht zu verwirklichen.

 

Vision „Eine Grundschule für alle“

 

Das von Deutschland im März 2007 unterzeichnete und im November 2008 vom Bundestag ratifizierte UN-Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen gibt Anlass zur Vision einer „Schule für alle“. Artikel 24 der Konvention trifft eine klare Aussage: Ein inklusives Bildungssystem ist im Kern ohne Alternative. Damit verbunden wäre gleichfalls eine gravierende Veränderung im Selbstverständnis von schulischer und sonderpädagogischer Förderung.

Die Integration unterscheidet zwischen Kindern mit und ohne „sonderpädagogischem Förderbedarf“. Die Inklusion geht von der Besonderheit und den individuellen Bedürfnissen eines jeden Kindes aus. Während die integrative Pädagogik die Eingliederung der „aussortierten“ Kinder mit Behinderungen anstrebt, erhebt die inklusive Pädagogik den Anspruch, eine Antwort auf die komplette Vielfalt aller Kinder zu sein. Sie tritt ein für das Recht aller Schüler und Schülerinnen, unabhängig von ihren Fähigkeiten oder Beeinträchtigungen sowie von ihrer ethnischen, kulturellen oder sozialen Herkunft miteinander und voneinander in „einer Schule für alle“ zu lernen. Kein Kind soll ausgesondert werden, weil es den Anforderungen der Schule nicht entsprechen kann. Im Gegensatz zur Integration will die Inklusion nicht die Kinder den Bedingungen der Schule anpassen, sondern die Rahmenbedingungen an den Bedürfnissen und Besonderheiten der Schülerinnen und Schüler ausrichten.“

(Schumann, 2009 In: Zeitschrift für Inklusion, 1, 2009 - URL: http://www.inklusion-online.net/index.php/inklusion/article/view/17/20 )

Für das Kollegium der Grundschule Balje setzt diese Entwicklung bei allen Beteiligten zunächst eine Bereitschaft zum Denken, Lernen und Wirken in inklusiven Zusammenhängen und eine pädagogische Grundhaltung voraus, die die Vielfalt der Kinder und des Lernens als Chance zur Schulentwicklung sieht.

Wird ab Schuljahr 2016/ 2017 durch RINK ersetzt